Erich Konzerte Musik Photos Presse Freunde
         
       
 

 

baren Demo-Tape (das Innencover Zitat erinnert mich schmerzlich an diese akkustische Vergewaltigung) wurde die Schweine-Orgel - moderne Studiotechnik macht's möglich - differenzierter in den Sound eingebaut. Und siehe da, das Experiment scheint geglückt. Jetzt klingt das Ganze, als hätten sich NO MEANS NO (Frage: kann mensch auf Orgeln Breaks spielen?) in den frühen Siebzigern gegründet um in 50-Zentimeter-Schlaghosen, aber ohne Gitarre, die Neunziger vorwegzunehmen. Dabei sind die brillianten Songtexte SHARON TATE'S CHILDREN hervorzuheben. Hier zu zitieren wäre Schwachsinn (weil aus dem Zusammenhang gerissen). Aber die Lyrics dieses aus dem Stuttgarter Raum kommenden Trios sind von einer rethorischen und analytischen Schärfe die in der jüngeren Zeit ohne Beispiel ist.
Und auch wenn ich die instrumentale Konstellation dieser interessanten Band für eine musikalische Sackgasse halte, so ist 'Reality Is...' eine LP die aus dem Berg der Veröffentlichungen herausragt. - Einfach weil dieses 'Experiment' mutig und originell ist.
Die Besetzung Baß-Orgel-Drums mag auch interessant für eine LP sein, dürfte aber auf Dauer nur schwerlich ausbaufähig sein (es sei denn weitere Instrumente kommen hinzu). So voluminös und rhythmisch SHARON TATE'S CHILDREN klingen, so eintöning wirkt die Musik über einen längeren Zeitraum. Der (lebensnotwendige) Kontrast zwischen Orgel und Baß kommt nur zur Geltung wenn letzteres Instrument abgehackter (wie bei 'Authorities') gezupft wird oder die Orgel in die höheren Tonlagen ausweicht (und dabei penetrant schrill klingt).


zurück im Text ...