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Kompositionen über Bergseen, marodierende Schafe oder die Arbeit im Schankraum bringen Licht in die Geheimnisse alpinen Lebens.
Strom lässt Erich, wenn möglich aussen vor. Der Saal muss kochen, auch ohne verzerrte Gitarren (mag er eh nicht mehr so gut leiden), wummernde Bässe (nun gut, hat er selbst schon fabriziert) und dröhnende Rhythmen.
Die Lage im Wetterstein erfordert neue Wege. Erich und sein Akkordeon sind unterwegs.

 

Im Reich der Schafe

Eines Tages, während eines Aufenthalts im Reintal, erklomm ich eine Anhöhe auf der Südseite der Hütte. Das Akkordeon über die Schulter geworfen, bahnte ich mir einen Weg durch Latschenkiefern, über einen Geröllhang, bis zum Fuße eines mächtigen Felsens – Kirchturm genannt.
Hütte, Partnach und Oberanger lagen nun zu meinen Füßen.
Aus dieser Position heraus wurde ich Zeuge taktischen Vorgehens einer Horde marodierender Schafe, welche zu selbiger Zeit in großer Zahl das Reintal und dessen Ausläufer bevölkerten.
Es war ein herrlicher Tag und kein Wölkchen trübte den strahlend blauen Himmel, als eine der Mägde der Hütte diese in Richtung Anger verließ, um, mit Decke und Buch versehen, an einem lauschigen Platze ihre wohlverdiente Mittagspause zu verbringen.
Sich in Sicherheit wiegend blätterte sie alsbald in ihrem Buche, da brachen plötzlich etwa 20 Schafe aus einem nahe gelegenen Wäldchen hervor und gallopierten mit wehenden Fellen in Richtung der Liegenden. Offensichtlich irritiert erhob diese sich und trat der heranstürmenden Horde einen Schritt entgegen, worauf selbige in etwa 10 Metern Entfernung zum Stehen kam.
In der Annahme, die Gefahr gebannt zu haben, näherte sich K. (unsere Magd) den unbeteiligt dreinblickenden Angreifern mit ruhigem Schritt, nicht ahnend, dass sie geradewegs in eine teuflische Falle geraten würde. Noch etwa 1 Meter vom vermeintlichen Anführer der Bande entfernt, den rechten Arm bereits nach vorn gestreckt, um dem Chef durchs weiche Fell zu streicheln, veränderte sich plötzlich das Mienenspiel der Angreifer von arglos hin zu entschlossen kaltblütig. Im Nu schnappte die Falle zu, und K. war umzingelt. Mit wütenden Gebärden versuchten die Unholde Salz, was K. keines bei sich hatte, abzupressen. Wäre nicht der Zufall, bzw. eine Unachtsamkeit seitens der Schafe, zu Hilfe gekommen, K. wäre verloren gewesen.
Soweit ich dies von meiner erhöhten Position aus feststellen konnte, geschah nun folgendes: die Schurken, sich ihres Sieges gewiss, unterschätzten wohl die Wichtigkeit der taktischen Anweisungen ihres Anführers. Nur noch die sichere Beute vor Augen, achteten sie nicht auf eine entstehende Lücke in ihrer, einem Würgegriff gleichen Umzingelung. K., die zunächst starr vor Schreck jegliche Hoffnung auf Rettung aufgegeben hatte, war doch geistesgewärtig genug, diese, ihre einzige Chance zu nutzen und floh, alle zuvor mitgebrachten Güter zurücklassend, in Richtung rettende Hütte.

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